Stadtkind vs. Landei

Stadtkind vs. Landei

Man kann ja sagen, dass es völlig egal ist wo man wohnt oder wo man aufgewachsen ist, aber es gibt Menschen die differenzieren bei diesen Sachen derartig, dass daran Beziehungen kaputt gehen können!!!

Ja, Beziehungen werden nicht nur durch Untreue, Eifersucht und Streitereien um Geld oder Sex beendet! Nein, auch Dialoge in denen Wörter wie „Stadtkind“, „Landei“, „Provinzprinzessin“, uvm. vorkommen können zu einer Trennung führen.

Und dann?

Tja, dann sitzt Stadtkind (weiblich, seit 4 Jahren 25) wieder alleine in einer überteuerten 50 qm Wohnung und nach 3 Stunden mit der sündhaft teuren Psychotherapeutin hat sie diese Beziehung zerredet und die Trennung auch schon überwunden. Voller Tatendrang ruft Stadtkind also den besten schwulen Freund an, um mit ihm nach einer gemeinsam geleerten Flasche Henkel halbtrocken – weil trocken ist nur der Humor – wieder den Weg in das städtische Nachtleben zu suchen. Nach einer beträchtlichen Menge Wodka landet das städtische Weibchen dann in der angesagtesten Kneippe und lässt sich von einem zugekoksten Snopp zu billigen Prosecco einladen.

Morgens wacht Frau dann mit einem dicken Kopf in einer 50 qm Wohnung auf und beim Anblick der unbekannten Bettwäsche und dem seltsam aussehenden und schnarchenden Typen erkennt Frau, dass sie in der falschen Bude ist, ihr Name aber noch immer Viva lautet und alle Sinne beinahe völlig  funktionsfähig sind.

Das einzige was Viva davon abhält nicht sofort schreiend diese Wohnung zu verlassen ist die Tatsache, dass sie völlig nackt mit einer Menge Restalkohol im Blut in einem fremden Bett sitzt.
Nach kurzem Überlegen wird die eindeutig fragliche Tageslichttauglichkeit als völlig überbewertet abgetan und sie kann sich dem Fluchtplan widmen.

Vom Bett aus verschafft Viva sich einen kurzen Überblick über die Lage. Vor allem die Lage der eigenen Kleidung wird gecheckt. Man versucht möglichst leise das Bett zu verlassen um den vermeintlichen Traummann von gestern Nacht nicht zu wecken. Kurzes Luft anhalten beim Aufstehen – nur keine schnelle Bewegung. Mit allen Sachen unterm Arm schleicht sie ins Vorzimmer, um dort in die Kleidung zu schlüpfen. Beim Überziehen des Shirts bekommt sie einen Schwall des Rauchgeruches vom Vorabend in die Nase. Kurze Übelkeit inklusive Gedankensprung... Wie peinlich ist es wohl, wenn man sich im Vorzimmer seines One Night Stands übergibt? Beim Gedanken an das voll gekotzte Vorzimmer huscht ein kleines bösartiges Grinsen über das Gesicht... Ein wenig Sarkasmus ist immer angebracht!!! Das erhöht den Spaßfaktor im Leben gewaltig! Und jetzt schnell RAUS!

Vom Tageslicht geblendet und von zig Augenpaaren der Nachbarn verfolgt, verlässt sie torkelnd auf Higheels die „kleine“ Wohnsiedlung mit ca. 2000 Parteien.

Die rot-unterlaufenen Schlitze – auch bekannt unter der Bezeichnung Augen -  versuchen ein Schild mit Hausnummer oder Straßennamen zu eruieren damit eine Orientierung möglich wird.

Verzweifeltes Suchen in der Handtasche nach dem Handy. Mist! Würde jemals ein Mann in diese Handtasche schauen, würde er erleichtert mit dem Kopfnicken und in sich hineingrinsend denken, dass alle Klischees betreffend Frauen und ihren Handtaschen zutreffen! Nach der Brieftasche, Schlüsselbund, zwei Packungen Kaugummi, drei Lippenstiften, Deotüchern, Taschentüchern, einer Packung Bioflorin, Feuerzeuge und einer Packung Zigaretten (deren Krümel sich auch noch am Boden der Handtasche breit gemacht haben) hält Viva triumphierend ihr Handy in der Hand! Gott sei Dank, ist erstenx alles noch da und zweitens... Ach ne.... So ein Mist!!!! Zu früh gefreut! Der Akku ist leer!

.... Fortsetzung folgt!

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